Dieser Artikel ist eine Fortsetzung des vorigen Artikels „Energie und Erkenntnisruhe“ und ist für sich allein genommen nicht verständlich. Ich empfehle, den vorigen Artikel zuerst zu lesen und sich die Tabelle und die Abbildung noch einmal zu vergegenwärtigen. In diesem Artikel wird näher betrachtet, wie die Rückkopplung von Bereich E auf Bereich A abläuft, und wie sich Bereich E im Laufe eines Menschenlebens entwickelt.
Bereich A enthält die Energie zur Erhaltung unserer körperlichen Gesundheit. Daraus ergibt sich kein konstanter Energiebedarf, je nach Zustand kann sehr wenig oder sehr viel Energie benötigt werden. Wenn unsere körperliche Gesundheit durch herausfordernde Umstände aus dem Gleichgewicht gebracht wird oder gestresst wird, dann wird in Beriech A mehr Energie gebraucht. Das ist kein Problem solange wir genug Reserven haben, und solang Energie aus den Bereichen B bis E genommen werden kann. Bereich E umfasst die Arbeit an uns selbst, unsere persönliche Entwicklung, das Lösen von Konflikten, und die Weltbildarbeit insgesamt. Das sind die Aktivitäten in diesem Bereich, die wir flexibel immer dann ausführen können, wenn die Bereiche A bis D die nötige Energie dafür übrig lassen. Der Bereich E umfasst jedoch auch den Energiebedarf für unsere geistige Gesundheit. Die geistige Gesundheit steht in Zusammenhang mit dem Zustand, der im vorigen Artikel mit Erkenntnisruhe bezeichnet wurde. Ungelöste Konflikte in unserem Weltbild sind eine Belastung für unsere geistige Gesundheit. Genau wie die körperliche Gesundheit, so braucht auch die geistige Gesundheit mehr Energie, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Die dafür benötigte Energie hat die höchste Priorität und hat Zugriff auf die Energie in Bereich A. Deswegen sind die Bereiche in der oben erwähnten Abbildung ringförmig angeordnet.
Unsere geistiger Gesundheitszustand ändert sich normalerweise nicht plötzlich. Ein einzelner Konflikt kann zwar sehr belastend sein, aber es sind meist viele Konflikte über einen langen Zeitraum, die unsere geistige Gesundheit negativ beeinflussen. Bereich E kann Bereich A also Energie nehmen, allerdings in einem langsamen Prozess. Die Bereiche A und E haben einen Grundbedarf an Energie, der auch dann fließen muss, wenn wir in den Bereichen nicht bewusst aktiv sind. Bei A steigt dieser Bedarf, wenn wir körperlich krank sind. Bei E steigt der Energie-Grundbedarf mit den ungelösten Konflikten, die wir in unserem Weltbild oft seit Kindertagen mit uns herumtragen. Es kommen im Laufe des Lebens stetig weitere Konflikte hinzu, die den Grundbedarf von Bereich E so lange stetig wachsen lassen, bis wir mit der aktiven Auflösung von Konflikten beginnen.
Bei der Geburt hat jeder gesunde Mensch große Energiereserven. Das Energiepotential ist also mehr als ausreichend, um alle fünf Bereiche zu versorgen. Diese Reserve wird bis zum dreißigsten Lebensjahr bei den meisten Menschen kleiner. Das liegt daran, dass wir erst dann ein Interesse entwickeln, im Bereich E für Ordnung zu sorgen und Konflikte zu lösen. Erst wenn wir anfangen Konflikte zu lösen, wächst der Energie-Grundbedarf des Bereichs E nicht mehr weiter an.
Als Kind übernehmen wir unsere Erfahrungen oft direkt in unser Weltbild. Wir sind in diesem Alter noch nicht in der Lage, Informationen von unseren Bezugspersonen in Frage zu stellen. Wir bauen dann auch widersprüchliche Inhalte in unser Weltbild ein. Das ist ganz normal. Auch als Kind fallen uns diese Widersprüche bereits auf, und wir können auch dann schon eine davon ausgehende Belastung spüren. Aber wir können in der Regel erst mit dem Lösen dieser Konflikte beginnen, wenn wir schon älter und reifer sind.
Jeder ungelöste Konflikt erhöht den Energie-Grundbedarf in Bereich E. Wir haben aber genug Reserven, um über viele Jahre ohne größere Konsequenzen stetig mehr Energie dafür aufzuwenden. Wirklich kritisch wird die Situation bei den meisten Menschen erst, wenn sie auch noch mit etwa fünfzig Jahren keine Konflikte in ihrem Weltbild lösen. Dann ist der Grundverbrauch in Bereich E so hoch geworden, dass mit der wenigen verbleibenden Energie für Bereich A eine kritische Untergrenze erreicht werden kann.
Dass wir durch aktive Weltbildarbeit und das Lösen von Konflikten den Energiebedarf von Beriech E in eine für den Bereich A kritische Größenordnung bringen, kann nicht passieren. Nur der Grundbedarf des Bereichs E nimmt sich Energie aus Bereich A. Wenn Bereich A energetisch in Bedrängnis gerät, erlischt jedes Interesse an aktiver Weltbildarbeit, und damit auch der aus Aktivität kommende Energiebedarf des Bereichs E. Der Grundbedarf in Bereich E, der durch die ungelösten alten Konflikte verursacht wird, bleibt aber erhalten. Wenn ich dann krank werde und Bereich A mehr Energie zur Genesung braucht, entsteht eine gefährliche Mangelsituation, sofern den Bereichen B, C und D keine Energie mehr entzogen werden kann. Das ist der Fall, wenn diese ihre Aktivität aus Energiemangel bereits einstellen mussten.