Der Weg der Erkenntnis

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Der Erkenntnis am einfachsten zugänglich ist die mineralische, unbelebte Welt. Dem Mineralischen sind die für ihn geltenden Gesetze eingeschrieben, und sie geben der Welt ihre Struktur und Vorhersehbarkeit. Der Mensch schult daher seine Erkenntnisfähigkeit in einem ersten Schritt an der mineralischen Welt. Dies geschieht in der Physik, der Astronomie, der Chemie. Hier ist gewaltiger Fortschritt erreicht worden in den vergangenen Jahrhunderten. Unser heutiges Denken ist geprägt durch die Erforschung der mineralisch-physischen Welt, und die Wissenschaft betrachten gern alle Phänomene aus dieser Perspektive. Das zeigt sich in dem Bestreben, die Ursache für jedes Phänomen, das uns begegnet, in der Materie finden zu wollen. Das Leben soll zurückgeführt werden auf die in die unbelebte Materie eingeprägten Gesetze. Wir haben für nicht erklärbare Phänomene sogar schon “dunkle” Materie postuliert, aber am Konzept der Materie wollen wir zunächst festhalten. Dabei sind wir sehr beharrlich. Erst wenn wir wirklich nicht mehr weiter kommen, und dadurch in eine tiefe Krise geraten, sind wir bereit, weiter zu schauen. In diese Krise geraten wir jetzt immer tiefer hinein. Und das ist auch richtig so, denn wir müssen sehr genau schauen auf die Materie, bevor wir mit der Kraft unseres Denkens und unserer Erkenntnis eine Verbindung finden können zu der Energie, der Information, dem Geist dahinter. Als Materialisten trainieren wir unsere Denkfähigkeit, die wir über diese Phase hinaus behalten und weiter entwickeln müssen.

Um die Welt von der sinnlichen Wahrnehmung ausgehend neu und unvoreingenommen zu entdecken und  aus der Kraft des eigenen Denkens zu erkennen, musste der Mensch altes, offenbartes Wissen, also jede Form von Wissen, die nicht in Sinneseindrücken gründet, zurücklassen. Nach wie vor wird von vielen Wissenschaftlern alles, was nicht messbar ist, als Spekulation abgelehnt. Und das muss auch so sein. Der Ansatz, auch bei den Fragen über die belebte Natur und über sich selbst in einem ersten Schritt mit einer genauen Analyse der mineralischen Körper zu beginnen, liegt aus dieser Richtung kommend nahe. Das Leben wird dabei als ein sonderliches Nebenprodukt angenommen, welches die Körper nach dem Wirkprinzip von Maschine und Computer hervorbringen. Dazu muss nicht nur die Erschaffung von Bewusstsein durch materielle Strukturen plausibel gemacht werden, sondern auch die Bildung dieser Organismen durch die Gesetze der unbelebtem Materie und die hier oft angeführte Selektion aus dem Zufall. Beides gelingt nicht, und es häufen sich die Hinweise, dass die Kausalität hier verdreht angenommen wird. Auch die Bibel sagt, dass der Logos zuerst da war, und “Himmel und Erde” durch ihn erschaffen wurden. Die Physik beginnt ebenfalls mit dem Gedanken zu spielen, dass es neben Materie und Energie noch so etwas wie Information geben muss, die auf beides wirkt. 

Wir sind damit an einem sehr spannenden Punkt angelangt. Wir haben die unbelebte Welt in großem Umfang erforscht uns stellen fest, dass wir das Leben, uns selbst, ja sogar viele Phänomene in der scheinbar leblosen Welt damit nicht erklären können. Wir machen Beobachtungen, die sich nicht in Einklang bringen lassen mit der Idee, dass sich das Universum mit all seinen Phänomenen aus der für uns sichtbaren Materie ableiten und damit erklären lasse. Wir haben, auf die Materie schauend, herausgefunden, dass es mehr geben muss als Materie. Wir werden hier neue Begriffe bilden müssen, mit denen wir dann auch das alte Wissen aus den Offenbarungen zum ersten mal wirklich begreifen können. Wir haben nun unsere Denkfähigkeit so weit geschult, dass wir damit beginnen können, das Lebendige zu beobachten. Und das Lebendige können wir am umfassendsten erleben an uns selbst, denn wir sind lebendig und können uns nicht nur körperlich von außen, sondern auch geistig von innen beobachten. An diesem Punkt ist ein tieferes Verständnis der Welt nur noch möglich, indem wir uns selbst besser verstehen, uns selbst erkennen.

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