Menschen brauchen Schutz, um so zu leben, wie wir es auf diesem Planeten tun. Sie brauchen einen angemessenen Lebensraum, sie brauchen einen Rückzugsraum. Außerdem brauchen sie Luft, Wasser und Nahrung. Es sind ganz besondere Umstände erforderlich, und für uns sind sie alle erfüllt. Dennoch haben wir es nicht einfach auf diesem Planeten. Obwohl eigentlich alles da ist, sind wir mit so vielen Problemen konfrontiert. Erleben so viel Mangel. Sind wir nicht fähig, ein vernünftiges Umfeld zu schaffen, das alle teilhaben lässt an dem Überfluss der Welt? Haben wir versagt bei dieser Aufgabe? Sind wir noch dabei? Ist es überhaupt unsere Aufgabe?
Es kann ganz einfach sein, einen Menschen glücklich zu machen. Es kann auch so schwer sein, dass es unmöglich erscheint. Sind wir unseres eigenen Glückes Schmied oder sollten wir lieber versuchen, uns gegenseitig glücklich zu machen? Diese Frage ist sicher nicht unwichtig, wenn es um das Zusammenleben mehrerer Menschen geht. Und ganz alleine leben, das können nur die wenigsten Menschen. Dennoch gibt es einen Trend von der Gruppe oder Familie hin zum Einzelkämpfer. Die meisten Menschen werden, neben ihren Aufgaben in der Gemeinschaft, auch mit der Frage konfrontiert, wer sie selbst eigentlich sind und was sie selbst erreichen wollen in ihrem Leben. Eine Balance zu finden zwischen Eigenständigkeit und sozialem Verhalten, das könnte eine weitere Aufgabe sein im Leben eines Menschen.
Wir leben in einem geschützten Raum. Die Sonne hat eine schützende und versorgende Aufgabe, genauso der Planet Erde. Der Körper, in dem wir leben, kann nur in einem solchen Raum existieren. Wie ist dieser Raum entstanden? Zufällig? Oder wurde er erschaffen? Zum Beispiel von einem allmächtigen Gott? Oder von Wesen, die wir mit unseren ausgebildeten Sinnesorganen nicht wahrnehmen? Dass wir bisher nicht alles wahrnehmen, das hat auch die Wissenschaft mit ihren mathematischen Modellen bereits herausgefunden. Allerdings stellen wir uns meist vor, dass der nicht wahrnehmbare Teil der Wirklichkeit genauso beschaffen ist wie der Teil, den wir kennen. Und mit dem Verstand wirklich erkannt haben wir bisher nur die tote, der Physik unterworfene Materie, aus der wir nun alles abzuleiten versuchen.
Was uns alles beschützt, das können wir gar nicht genau sagen. Wir können auch nicht sagen, wie wir hierher gekommen sind, oder was ein Mensch wirklich ist. Auch das, was uns bedroht, ist uns häufig nur teilweise bekannt. Dadurch erscheint es natürlich umso bedrohlicher. Also wollen wir Macht haben, damit wir uns selber besser schützen können. Oder wir suchen Anschluss an mächtige Menschen, von denen wir uns Schutz erhoffen. Dazu ist es möglich, sich in Gruppen zu organisieren, die wir heute Länder, Staaten oder Republiken nennen. Diese sind mit ihren Strukturen und Regelwerken oft so komplex geworden, dass es gar nicht so einfach ist, zu erkennen, wie sich die Macht darin verteilt. Theorie und Realität müssen hier nicht immer deckungsgleich sein. Daneben gibt es weitere Organisationen und Unternehmen, die viel Macht erhalten können, auch über die Grenzen eines Landes hinaus.
So wachsen wir hinein in Machtstrukturen, die wir uns zu Lebzeiten weder ausgesucht haben noch verstanden haben. So wie die Sonne und die Erde versorgen und schützen sie uns, können uns aber auch gefährlich werden, wenn wir nicht lernen, ihre Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Im Umgang mit anderen Menschen kann es zudem passieren, dass wir mit Übergriffigkeit konfrontiert werden. Hier reicht oft schon ein Androhen von Übergriffigkeit. Das empfinden wir besonders dann als Problem, wenn wir mächtigen Menschen oder Gruppen von Menschen, die für uns gültige Regeln festlegen, nicht vertrauen. Das Vertrauen ist wesentlich, wenn ich mich in die Obhut eines mächtigen Menschen oder einer mächtigen Organisation begebe.
Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, die nichts und niemandem vertrauen und alle zu ihrem Schutz notwendige Macht in sich selbst vereinen wollen. Haben solche Menschen Familie und Kinder, dann streben sie oft nach noch mehr Macht, um auch diese angemessen schützen zu können. Das geht auch auf Kosten der Freiheit der Familienmitglieder. Allerdings ist es nicht möglich, die für einen perfekten Schutz notwendige Macht in einem Menschen zu konzentrieren. So müssen wir verzweifeln und an unseren eigenen Anforderungen scheitern, wenn wir kein Vertrauen finden. Dennoch dürfen und sollen wir wählerisch und vernünftig sein, wenn es um die Frage geht, wem wir Vertrauen schenken.